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Untersuchungen über den Lichtsinn bei Echinodermen
Hess, C. (1914). Untersuchungen über den Lichtsinn bei Echinodermen. Pfluegers Arch. Gesamte Physiol. Menschen Tiere 160(1): 1-26. hdl.handle.net/10.1007/BF01680715
In: Pflügers Archiv für die gesamte Physiologie des Menschen und der Tiere. Springer: Berlin. ISSN 0365-267X, more
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Keyword
    Marine

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  • Hess, C.

Abstract
    1.Unter den Seesternen wird für die Astropectiniden der Nachweis erbracht, dass ihre Füsschen hochgradig lichtempfindlich sind. Diese werden bei Belichtung nach kurzer Latenzzeit eingezogen und es schliesst sich die Ambulacralrinne über ihnen. a.Rote Reizlichter haben hier, wie bei allen Wirbellosen, verhältnismässig geringe, grüne und blaue Lichter eine viel grössere Wirkung, auch dann, wenn sie unserem normalen Auge dunkler erscheinen als das Rot. Bei Dunkelaufenthalt zeigen die Füsschen eine adaptative Empfindlichkeitssteigerung von beträchtlichem Umfange. 2.Für manche Holothurienarten liess sich eine bisher nicht bekannte ausgesprochene Lichtempfindlichkeit der Mundtentakeln nachweisen, die bei Belichtung eingezogen werden. Auch hier konnte eine deutliche adaptative Änderung der Lichtempfindlichkeit nachgewiesen und dargetan werden, dass roten Reizlichtern gegenüber grünen und blauen ein relativ sehr geringer Reizwert zukommt. 3.Unter den Echiniden liess sich bei Centrostephanus longispinus eine bisher nicht gekannte Lichtreaktion nachweisen und zeigen, dass die violetten Kölbchen in der Umgebung des aboralen Poles schon bei sehr geringer Lichtstärkenverminderung nach einer Latenzzeit von 1/2–1 Sekunde anfangen, lebhaft zu rotieren. 4.Es werden neue Methoden entwickelt, um diese Lichtreaktionen genauer, auch messend, zu verfolgen und es wird so zum ersten Male der Nachweis erbracht, dass fast die kleinsten von einem normalen Menschenauge noch eben als Helligkeitsverschiedenheiten wahrgenommenen Lichtstärkenunterschiede genügen, um bei Centrostephanus Bewegungen der violetten Kölbchen hervorzurufen. 5.Es wird bei den neuen Untersuchungen von einer direkten Bezugnahme auf die Helligkeitsempfindungen des Menschen abgesehen und zum ersten Male durch vergleichende Messungen der Nachweis erbracht, dass die durch Reizung mit farbigen Lichtern hervorgerufenen Reaktionen bei Centrostephanus und bei anderen Wirbellosen eine ähnliche oder die gleiche Art der Abhängigkeit von der Wellenlänge zeigen, wie die Pupillenreaktionen des total farbenblinden Menschen bei Untersuchung mit den gleichen farbigen Lichtern. 6.Damit ist auf einem neuen Wege dargetan, dass auch bei Centrostephanus die Sehqualitäten weitgehende Übereinstimmung mit jenen bei anderen Wirbellosen und beim total farbenblinden Menschen zeigen und von jenen des normalen, farbentüchtigen und des partiell farbenblinden Menschen in ganz charakteristischer Weise verschieden sind.

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