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Die atypische Spermatogenese bei Buccinum undatum L. und Purpura lapillus L. Ein Beitrag zur Analyse des Spermiendimorphismus der Prosobranchier
Portmann, A. (1930). Die atypische Spermatogenese bei Buccinum undatum L. und Purpura lapillus L. Ein Beitrag zur Analyse des Spermiendimorphismus der Prosobranchier. Z. Zellforsch. Mikrosk. Anat. 12(2): 307-326. hdl.handle.net/10.1007/BF00376533
In: Zeitschrift für Zellforschung und mikroskopische Anatomie. Springer: Berlin; Heidelberg; New York. ISSN 0044-3794, more
Peer reviewed article  

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Keyword
    Marine

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  • Portmann, A.

Abstract
    Spezielle Ergebnisse Bei Buccinum undatum unterscheidet sich die Entwicklungslinie der atypischen Spermien auf dem Stadium der wachsenden Spermatocyte von der normalen Serie durch das Auftreten eines scharf begrenzten Körpers im Kerninneren. Schon auf den vorbereitenden Stadien der Synapsis zerfällt der Kern und es entsteht nach Auflösung des gesamten Chromatins ohne Teilungen ein wurmförmiges apyrenes Spermium, das weder Zentriole noch deren Derivate aufweist. Es werden verschiedene Varianten des Bildungsganges beschrieben, unter anderem auch atypische Teilungen, die ausnahmsweise vorkommen. Bei Purpura lapillus sind alle fertigen Spermien äußerlich vollständig gleichartig. Das Studium der Spermatogenese zeigt aber, daß der größte Teil in Wirklichkeit der atypischen Serie angehört. Die Störung des normalen Verlaufs erstreckt sich hier nur auf die Synapsisstufe: die Reifung der Chromosomen wird verhindert, aber die Spermatocyten durchlaufen stets eine, oft auch zwei Teilungen vor dem Beginn der Histogenese. Die Ausbildung des Spermiums verläuft ganz normal, es unterscheidet sich vom typischen Samenfaden nur durch das abnorme Verhalten des Chromatins. Die Verhältnisse bei Purpura stellen bis jetzt den Fall der geringsten Störung in der Spermienbildung der Prosobranchier dar, die Abweichung steht der bei Fasciolaria am nächsten, während die Abnormität bei Bythinia bereits viel weiter geht.Allgemeine Ergebnisse Gegenüber der Auffassung, daß die phylogenetische Betrachtungsweise für das Problem des Spermiendimorphismus der Prosobranchier unfruchtbar sei, wird betont, daß wir die atypischen Samenfäden nicht als Degenerationserscheinungen ansehen dürfen, da zum Teil sehr komplizierte Funktionen für diese Gebilde nachgewiesen sind. Diese Einfügung der atypischen Spermien in funktionelle Zusammenhänge zwingt uns, auch die phylogenetische Seite des Problems zu beachten. Entgegen der Ansicht, daß sich der verschiedene Grad atypischen Verhaltens der Samenfäden bei den einzelnen Arten durch schrittweise Entfernung von der typischen Spermatogenese herausgebildet habe, daß also Purpura z. B. einen ersten Schritt zu komplizierterem Dimorphismus zeige, wird hier die Auffassung vertreten, daß mutative Änderungen auf einmal sowohl die geringfügige Änderung bei Purpura als die bedeutende Abweichung bei Buccinum auslösen kann. Die Entstehung sehr abweichender Samenfäden muß nicht durch Summierung kleiner Entwicklungsschritte erfolgt sein. Mein Deutungsversuch der atypischen Spermatogenese ist auf S. 323 bereits kurz zusammengefaßt. Alle Beobachtungen nötigen uns, die Faktoren, welche für den atypischen Verlauf der Spermatogenese verantwortlich sind, im Kern der Samenbildungszellen zu suchen. Dadurch unterscheidet sich der Dimorphismus der Prosobranchier grundsätzlich von den Erscheinungen bei Schmetterlingen, wo exogene Faktoren mit Sicherheit erkannt sind.

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